Nur wer wirklich dankbar ist hat ein erfülltes Leben und kann von dieser Fülle dankbar weitergeben.

Marina ist 17 und lebt in einem kleinen Dorf Namens Koselje am Rande der „verbotenen Zone“ von Tschernoyl. Bis vor kurzem wusste sie noch nicht wie es für sie nach der Schule weitergeht. Die meisten ihres Alters fangen in der Kolchose eine Lehre an, doch durch die Verstrahlung der Felder darf dort nichts mehr angebaut werden. So würde sie vermutlich nach der Ausbildung direkt in die Arbeitslosigkeit gehen. Doch jetzt weiß sie, dass ihr Weg durch ein besonderes Hilfsprojekt an die Universität führt und ihr einen Traum erfüllt.

In Meran sind im letzten Jahr mehrere solidarische Projekte entstanden, durch welche die evangelische Gemeinde nicht nur finanzielle Hilfe leisten kann, sondern selber unterstützend Anteil am Leben Anderer nimmt.

Zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, am 26. April, bestimmte der Kirchenvorstand von Meran zweckgebundene Kollekten für ein Stipendium eines Mädchen aus der Region um Tschernobyl. Dieses Stipendium für Kinder ohne Studienchancen werden seit 1990 durch einen Jenaer Verein „Hilfe für die Kinder von Tschernobyl“ e.V. vergeben.

Kindern aus der strahlenverseuchten Region in Weißrussland wird hierdurch nicht nur ein Studium ermöglicht, sondern die Aussicht auf eine bezahlte Arbeit und somit auch auf ein neues Leben für eine ganze Großfamilie außerhalb der verstrahlten Zone ermöglicht.

Nach dem „Super-GAU“ (Größter Anzunehmender Unfall) im Atomkraftwerk Tschernobyl 1986, richten sich die Blicke und das Interesse immer wieder auf das Kraftwerk mit seinem beängstigenden Mantel aus tonnenschwerem Stahl und Beton. Doch dort, wo die radioaktiven Wolken durch den Regen Land und Boden kilometerweise unbewohnbar machten, geriet das Leben aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit.

Für einige der jungen Schulabsolventen hat sie die bedrohliche Lebensperspektive nun verändert. Mit einem Stipendium bekommen sie neue Zukunftschancen eingeräumt. So wird Marina ab dem Herbst ein Studium für Agrarwissenschaften in Minsk aufnehmen. Ihr Ziel ist es, dem ländlichen Bereich durch den Anbau von speziellen Pflanzen zur Entgiftung der Böden neue Zukunftschancen zu ermöglichen.

Ähnliche Hilfsprojekte, welche durch die evangelische Gemeinde Meran unterstützt werden sind die Hilfe für die evangelische Gemeinde in Thessaloniki, welche in diesen Monaten durch die Finanzkriese schwer zu kämpfen hat, die Flüchtlingsprojekte im Südtirol, welche die Betreuung in der Erstaufnahme begleiten und eine Beratungsstelle auf den Bahamas für Mädchen und junge Frauen nach Gewalterfahrungen.  Pfarrer Martin Krautwurst (Meran)