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Das Sommerfest 2018: Ein voller Erfolg!

Dieses Jahr war uns Petrus wohlgesonnen: Bei strahlendem Sonnenschein fand am 9. September unser Gartenfest statt – und war ein voller Erfolg. Im grünen Pfarrgarten vergnügten sich Groß und Klein, tauschten sich aus, lauschten der Musik, genossen leckere Bratwürste, Krapfen und Kuchen.

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Für unsere Kinder gab es mit Kaspertheater, Ziesel und Zausel, Spielstraße und vielem anderen mehr ein tolles Angebot!

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Die vielen Gäste konnten das Fest im Pfarrgarten mit allen Sinnen genießen! Herzlichen Dank allen Helfern die zum Gelingen beigetragen haben!

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Charme und Glanz aus alten Zeiten: Europas höchstgelegene Evangelische Kapelle in Sulden wird derzeit saniert

Das Gemeindegebiet der Evangelischen Gemeinde A.B. Meran erstreckt sich vom Reschenpass über Sulden bis hinunter an den Gardasee. Drei Kirchen liegen in der Verantwortung der Gemeinde, die Kapelle in Sulden, die Christuskirche in Meran und die Trinitatiskirche in Arco.

Neues Dach aus Lärchenschindeln

Das altehrwürdige Gotteshaus in Sulden, das auch die deutsche Bundeskanzlerin von ihren Urlaubswanderungen her sehr gut kennt, bekommt derzeit ein neues Dach. Das zuvor existierende Blechdach hatte durch schwere Schneelasten die Schneefänge abgerissen und damit das Dach undicht gemacht. Reparaturarbeiten brachten nur vorübergehend Sicherheit und somit entschied der Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde in Meran, die Kapelle wieder im alten Originalzustand mit Holzschindeln zu decken.

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Pfarrer Martin Krautwurst, in seinem früheren Beruf selbst Bau- und Möbeltischler, freut sich über das neue Aussehen: Die Lärchenschindel geben unserer Kirche wieder den alten Charme und Glanz von früher zurück. Gerade für die Einheimischen und  die vielen Touristen, zu Hochzeiten und zu Gottesdienste mit unseren Urlauberseelsorgern ist das ein großes Geschenk. Die Evangelische Gemeinde hat viel Geld für die Sanierung in die Hand genommen und hofft auf eine wohlwollende Unterstützung der Denkmalpflege, deren Rückmeldung noch aussteht. Schließlich steht in der Trinitatiskirche in Arco noch der Abschluss der Innensanierung ins Haus.

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Gottesdienst Reformationstag 31.10.2017 Meran

 

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde!
Es ist jetzt ungefähr sechs Jahre her, als die Internetplattform „Wiki-leaks“ („tropfendes Leck“) tausende von „geheimen Daten“ veröffentlichte.

Sie war wohl von einem einzelnen jungen Mann gegründet.

Es waren streng vertrauliche Dokumente – ein interner Schriftverkehr -zwischen den amerikanischen Botschaften und dem Außenministerium in Washington. Die Aufregung war groß, ein Skandal.

In den Medien, den Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen berichtete man (so empfand ich es) mit einer gewissen Schadenfreude darüber.

Berichte
Botschafter und deren Mitarbeiter hatten Berichte über Politiker anderer Länder geschrieben – sie waren manchmal etwas ruppig und direkt.

Sie charakterisierten deren Fähigkeiten und Mängel – aus amerikanischer Sicht.

Nichts daran war wirklich neu. Das meiste hatte man längst in den Medien der entsprechenden Länder lesen, hören oder auch sehen können.

Medien nehmen da kein Blatt vor den Mund, wenn sie:
– über die telefonischen Abhörvorgänge in England,
Berichte
– über die Sexskandale des Präsidenten von Italien,
– über die Präsidentschaftsambitionen in Russland, oder
– über die Finanzskandale in Griechenland berichten.

Aber wie diese Gerüchte,
* die Ein- und Abschätzungen über die uns bekannten Menschen,
* die persönliche Kommentare über ihre Stärken und Schwächen,
nun per Mausklick nachlesbar waren, sorgte für Aufregung.

Diplomatie
Manche Kommentatoren wiesen auf die Besonderheiten stiller Diplomatie hin: „Alles wissen, aber nichts sagen!“ Das ging nun nicht mehr so einfach.

Ob der Imageschaden für die amerikanischen Botschaften im Ausland wirklich so groß war, wie behauptet, vermag ich nicht zu beurteilen.

Auf alle Fälle war der Datenschutz im Außenministerium nicht gewährleistet! In diplomatischen Kreisen nennt man so etwas einen Super-GAU, denn wer weiß schon, was noch für interne Informationen so in falsche Hände gelangen?

Dies ist ein modernes Beispiel für eine uralte Erfahrung! „Das meiste kommt doch irgendwann heraus. Vor allem dann, wenn es ganz geheim sein soll!“

Liebe Gemeinde!
Was zunächst fast wie eine Binsenweisheit klingt, bekommt eine andere Bedeutung, wenn es nicht nur um den „guten Ruf“, sondern „um Leib und Leben“ geht!

Predigttext
In unserem Predigttext heute zum Reformationstag – bei Matthäus im 10. Kapitel – wird dies ganz deutlich. Auf dem Weg durch das Land Israel und nach Berufung und Aussendung seiner Jünger, sagt Jesus zu ihnen:

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird,
und es ist nichts geheim, was man nicht wissen wird.

Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht;
und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.

Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.

Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.
Mtt 10, 26-33
Liebe Gemeinde!
Ein Wort bestimmt diese kleine Rede Jesu, das Wort bekennen.

Was ein wenig nach dem Kinderspiel „…wie du mir, so ich dir…“ klingt, ist in Wahrheit viel tiefer und ernster gemeint.

„Wer mich bekennt vor den Menschen, sagt Jesus seinen Jüngern, den will ich auch bekennen. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“
Bekenntnis
Am Bekennen – am Bekenntnis – hängt also alles, so hören es die Jünger zumindest in diesem Augenblick.

*Jetzt geht es nicht mehr um die mutmaßlichen oder tatsächlichen Schwächen von irgendwelchen wichtigen Leuten, und darum, ob man das wissen muss oder nicht.

*Jetzt geht es um mich und dich. Wie sieht das aus, mit meinem Glauben und meinem Bekenntnis?

*Wie hört und nimmt man mich und dich in der Öffentlichkeit wahr?

Bekennende Kirche
Als Dietrich Bonhoeffer – 1935 – illegal – junge Menschen nach dem Theologiestudium im Vikariat als zukünftige Pfarrer der Bekennenden Kirche ausbildete, da nahm er diese Sätze aus dem Matthäus-Evangelium als Anregung.

Auf eine völlig ungewisse berufliche Zukunft hin, übertrug er sie in die Lebenswirklichkeit seiner Zeit. Dazu musste er gar nicht viel ändern.

Fürchtet euch nicht
Fürchtet euch nicht! Das war und ist das erste und das wichtigste für Bonhoeffer in diesem Text. Mehrfach wird es bei Matthäus wiederholt.

Der Mut zum Leben als Christ – im Bekenntnis und in der Verfolgung – kommt aus dieser Aufforderung Jesu heraus.

Das war damals im dritten Reich bitter nötig.
Kirche im dritten Reich
Ich bin davon überzeugt, wir brauchen es auch heute noch, auch wenn wir in unserem Land derzeit mit solch einer Verfolgungs-erfahrung nichts zu tun haben.

Heute können es sich nur die wenigsten von uns vorstellen, wie es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 wirklich war.

Die Nationalsozialisten hatten die evangelischen Kirchen im Deutschen Reich verwaltungsmäßig und finanziell vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Der sogenannte „Kirchenkampf“ war für die Bekennende Kirche so gut wie verloren. Wer sich dennoch auf eine Tätigkeit in den evangelischen Gemeinden der Bekennenden Kirche ausbilden ließ, musste sich auf eine unsichere Zukunft einstellen:

*kein garantiertes Gehalt,
*keine sichere Dienstwohnung,
*ständig bedroht von Geheimer Staatspolizei und leider auch
*ständig umgeben von Mitmenschen, die Spitzeldienste leisteten.

Widerstand
Natürlich wusste Dietrich Bonhoeffer von den Konzentrationslagern.

Die Anfeindungen gegen alle, die sich dem nationalsozial-istischen Herrschaftsanspruch zu entziehen versuchten, waren überall zu lesen und zu hören.

Da ging es zunächst ja noch nicht mal um Widerstand gegen Entscheidungen der Partei oder des Staates.

Barmen
Schon ein Satz, wie bei der Synode der Bekennenden Kirche 1934 in Barmen formuliert, galt für die Nationalsozialisten als staatsgefährdend. Dort heißt es:

„Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

Verfolgung
Was vielen Deutschen Christen in diesen ersten Jahren nach 1933 nicht klar war, oder was sie aus Euphorie der „neuen Zeit“ gern übersahen, war der „Bekennenden Kirche“ um Dietrich Bonhoeffer, Werner Sylten, Martin Niemöller und anderen wie auch Josef Nusser längst deutlich:

Diese sogenannte „neue Ordnung“ des Nationalsozialismus (die vollständige Kontrolle) verfolgt ihre Ziele gnadenlos und konsequent.

Und das brachte für diejenigen, die als Gegner oder Feinde des Staates „ausgemacht“ wurden, Verfolgung, Not, Gefahr und oft auch den Tod.

Ja, das Bekenntnis hatte Folgen, man nahm Konsequenzen auf sich!

Ohrfeige
In der römisch-katholischen Liturgie der Firmung gab es früher – zumindest in Deutschland – eine merkwürdige aber beeindruckende Handlung.

Nachdem der Firmling seinen Glauben bekannt hatte, wurde er vom Bischof daraufhin eingesegnet und seine Stirn zur Bestärkung des Bekenntnisses mit Öl gesalbt. Anschließend versetzte der Bischof dem Firmling eine Ohrfeige.

Symbolisch
Warum? Damit der Firmling weiß, was sein Bekenntnis zum christlichen Glauben auch bedeuten kann: Nachteile, Gefährdung bis zu körperlicher Gewalterfahrung, ja, bis zum Martyrium. Wenn es sein muss, für den Glauben zu sterben.

Ich habe mir sagen lassen, dass es mehr symbolisch ein Backenstreich gewesen wäre und man irgendwann ganz von diesem Brauch vor dem Altar Abstand genommen hat.

Koptische Christen
Das wäre mal ein schönes Thema für unsere Konfirmanden, wofür man alles „den Kopf hinhält“. Nicht, das ich diesen Brauch zur Konfirmation einführen wollte.

Aber wenn man in diesen Tagen nach Ägypten schaut, wo koptische Christen verfolgt und wegen ihres Glaubens ums Leben kommen, das regt doch schon zum Nachdenken an.

Christsein heute
Von solcher Gefährdung sind wir heute und hier gottlob weit entfernt.
Niemand beschimpft, beleidigt oder bedroht uns, wenn wir zu unseren Gottesdiensten gehen. Christen scheinen sich heute gut eingerichtet zu haben:

„Ich bastle mir meinen Glauben, wie ich es gerade brauche. Aktiv oder passiv, mit oder ohne Steuer oder Kirchgeld!“

Demgegenüber berührt mich, mit welchen schlichten Beispielen Matthäus die Gläubigen einlädt, Jesus nachzufolgen, auch wenn das sie und ihr Leben bedroht.

Liebe Gemeinde!
Vor genau 500 Jahren soll Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel und die Verfehlungen seiner damaligen katholischen Kirche verfasst und in Umlauf gebracht haben. Später kam es zur Bestätigung dieser Thesen durch seine Verteidigungsrede vor dem Kaiser in Worms mit den Worten geendet haben:

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“

Spätere Generationen haben daraus einen heldenmütigen Widerstand gegen den romtreuen Kaiser abgeleitet. Wer war Luther wirklich?

Martin Luther
Nach meinem letzten Besuch im Sommer zu den Weltaus-stellungen in Berlin, Eisenach und Wittenberg bewegt mich diese Frage!

Ich sehe in Martin Luther von zwei Seiten:
* tief verunsichert und doch überzeugt von seiner Theologie,
* manchmal depressiv, doch zugleich einer, dessen Wort in der Welt etwas galt,

* ein nach Gottes Gerechtigkeit suchender Mönch und zugleich der lehrende Theologieprofessor aus Wittenberg.

Wahrer Knecht und wahrer Herr…?!

Gott helfe mir
Seine Erkenntnisse zu einer Erneuerung der Kirche vertrat er leidenschaftlich, aber zugleich war er ängstlich und bis ins Mark erschüttert, welcher Widerstand ihm entgegenschlug und welche Folgen seine Schriften auch hatten.

Er wollte seine Kirche erneuern (reformieren), doch er veränderte die ganze Welt.

Ein Bekenner im Zwiespalt. Das Einzige, was da noch hilft, um nicht irre zu werden, ist wohl der betende Ausruf:

Gott helfe mir – und er half auch – und er hilft…! Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus zum ewigen Leben. Amen.

Dem Regen getrotzt…

Sommerfest der Evangelischen Gemeinde trotz Regen ein Erfolg

„Und wenn es heute in Strömen regnen würde, würde ich trotzdem mein Sommerfest feiern…“. Pfarrer Martin Krautwurst wandelte Luthers Hoffnungstext vom Apfelbäumchen um, und lud zum gutbesuchten Familiengottesdienst in der Christuskirche dazu ein, dem Regen zu trotzen und das traditionelle Sommerfest fröhlich zu feiern. Schon in der Predigt war das schlechte Wetter Thema, denn ein Gewitter mit Blitzeinschlag im Kirschbaum beförderte den Reformator Martin Luther vom Mittelalter in die Neuzeit nach Meran. Heiß und humorvoll diskutierte Luther (Oswald Waldner) mit Friederike der Meraner Kirchenmaus (Lisa Incelli) und Pfarrer Krautwurst über Recht und Gerechtigkeit in der Welt.

Schon während der letzten Orgelklänge in der Kirche ertönten von Ingrid und Hans Ocker „Südtiroler Musik“ auf der Bühne im Freien und lud zum Schunkeln ein. Die Gemeinde war gut vorbereitet, im Gemeindesaal war der Trödelmarkt aufgebaut, im Flur die Kleiderstube. Für die Kinder war die Unterkirche liebevoll mit Bastelstraße, Theaterbühne und Kasperletheater hergerichtet. Unter den Arkaden des Pfarrhauses präsentierte sich ein leckeres Kuchenbüffet und am Pavillon grillten fleißige Helfer unter großen Sonnenschirmen Bratwürste, Geflügelspieße und Gemüse. Fünf große Partyzelte boten den Gästen Schutz vor Regen, nur wenige ließen sich vom schlechten Wetter aus der Ruhe bringen.

Mit seiner Versteigerung spielte der evangelische Pfarrer schon am frühen Nachmittag über 700 € ein. Dem folgten mit Trödelmarkt, Getränke und Speisen weitere 3000,-€, welche die Gemeinde dringend für soziale Projekte und Baumaßnahmen in ihren denkmalgeschützten Kirchen von Sulden, Meran und Arco benötigt. Für Aufregung sorgte das Kasperltheater vom Meraner Stadtwald. Hier ging es um die Umweltpolitik, welche der Kasper und Bürgermeister Rösch mit den Kindern diskutierten.