Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn zurück, und um meines Ruhmes willen bezähme ich mich zu deinen Gunsten, dass ich dich nicht ausrotte. Jesaja 48,9

Gott hat uns errettet und uns berufen mit heiligem Ruf, nicht aufgrund unseres Tuns, sondern aufgrund seiner freien Entscheidung und seiner Gnade, die uns in Christus Jesus zugedacht wurde. 2. Timotheus 1,9

„Sola Fidei!“ – „Allein der Glaube!“ Die Glaubwürdigkeit wird in diesen Tagen hart auf die Probe gestellt. „Querdenker“, „Verschwörungstheoretiker“, „Fake News“, Was ist heute wahr oder unwahr? Welche Zahlen stimmen? Welchen „Fakten“ kann man noch glauben? Wenn selbst ein großer Präsident heute über Twitter Halbwahrheiten und Lügen verbreitet, um seine Macht und seinen Einfluss zu retten, ist es mit unserer menschlichen Glaubwürdigkeit nicht weit her. Und leider schwimmen auch wir in unseren sozialen Medien oft im eigenen Saft, weil andere kritische Meldungen unsere Netzwerke nicht erreichen. Dabei bräuchten wir doch der Realität nur ins Auge zu sehen. Die Krankenhäuser sind überfüllt, so dass Menschen wie hier in Meran, die dringend stationäre Hilfe brauchen, abgewiesen werden müssen. Und das betrifft nicht nur Patienten mit dem Virus, sondern auch Andere. Hilfe und Behandlungen sind nicht mehr möglich, weil es an Betten und Personal fehlt. Auch das macht Menschen zornig und in diesem Zorn und dieser Unzufriedenheit über die Umstände verliert unsere Glaubwürdigkeit im Umgang mit- und füreinander.

Und da begegnet uns die heutige Losung und der Lehrtext, der von Errettung, Berufung, dem Tun und von „Gnade“ spricht. Schon Martin Luther lebte in diesen Widersprüchen seiner Zeit. In ihm kämpfte Glaube und Zweifel, was wahr und was unwahr sei. Er rang mit sich und seinem Glauben, wie ein Mensch sich im Leben zu verhalten habe, um „Gnade und Heil bei Gott“ zu finden. Und er fand die Antwort in der Heiligen Schrift. Durch die Zusage, die uns Gott in der Heiligen Taufe macht. Allein durch unseren Glauben sind und werden wir gerecht vor Gott. Durch Jesu Tod und Sterben wird unsere Schuld getilgt. Und Luther erlebt und spürt diese befreiende Botschaft in seiner Zeit. Diese Zusage befreit und lässt ihn auch stärker auf andere hören und zugehen. Ich wünschte mir, dass auch wir einander mehr vertrauten. Das unser Glaube uns Kraft und Zuversicht gibt, andere Meinungen zu hören und zu verstehen. Und dass wir darauf vertrauen, dass uns Gott nicht aufgegeben hat, sondern uns begleitet und uns Menschen an die Seite stellt, die helfen.

Einen guten Tag voller Glauben, Vertrauen und Zuversicht wünscht Ihnen,

Ihr Pfarrer Martin Krautwurst.     

    

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