Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für. Psalm 79,13

So lasst uns nun durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Hebräer 13,15

Da ist es wieder, das Bild vom Hirten und seiner Herde. Ich kenne es von vielen Hausbesuchen bei Gemeindegliedern, als Wandgemälde, gestickter Küchenvorhang oder auch als Grußkarte auf dem Stubenbuffet: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…!“ (Psalm 23) Ich gebe zu, es bringt etwas Bequemes mit sich, in einer Herde mitzulaufen zu können und sich um nichts kümmern zu müssen. Alles wird für einen getan, ich brauche nur „treu“ zu folgen. Auch Hitler hat sich gerne mit seinem Schäferhund als Führer abbilden lassen, dieses Bild hing auch eine gewisse Zeit in vielen Stuben und Wohnungen. Doch leider lehrt uns die Geschichte, dass das blinde Folgen hinter einer vermeintlichen Führergestalt nie gut ausging. Die Folgen des Faschismus bzw. Nationalsozialismus sind katastrophal und ich kann nicht verstehen, wie man diese Zeiten und diese Politik heute noch gutheißen kann. Diese Diktatoren wollen nichts Gutes und man darf ihnen nicht auf den Leim gehen.

Im Lehrtext von heute ist von einem „Lobopfer“ die Rede. Von ihrer jüdischen Religion her kannten die damaligen „Judenchristen“ noch das „Opfer“ im Tempel, dass Gott zum Dank und zur Verehrung entgegengebracht wurde. Auch im dritten Reich waren „Verehrung“ und „Opferbereitschaft“ ein ständiges Thema. Und genau hier wird der Unterschied deutlich, den selbsternannte irdische Führer vom guten Hirten aus der Bibel unterscheiden. Jesus will keine Opfer, sondern er gibt sich selber hin als Opfer für diese Welt, um zu versöhnen. Er lässt sich nicht tragen, sondern er trägt. Nicht mit Hass, Terror, oder Leid regiert der gute Hirte, sondern mit Liebe, die jeden Mensch im Blick behält, egal welcher Nationalität, welchem Stand oder Herkunft. Und dieser unser guter Hirte möchte auch nicht, dass wir nur blind hinterherlaufen, sondern dass wir in seinem Namen Verantwortung übernehmen, damit diese Welt auch durch uns jeden Tag ein wenig besser und liebevoller wird. Bekennen wir mit unseren Lippen unseren Glauben und leben ihn in dieser unserer Welt.

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen,

Ihr Pfarrer Martin Krautwurst.     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s