Meint ihr, dass ihr Gott täuschen könnt, wie man einen Menschen täuscht? (Hiob 13,9 Losung)

Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? (2. Kor. 13,5 Lehrtext)

In einer meiner ersten Trainingsstunden im Fußballverein ging es um die Täuschungen im Spiel, besser gesagt um das „Antäuschen“ mit dem Ball. Um den Gegner in die Irre zu führen, spielte ich den Ball rechts – und lief selbst links – am gegnerischen Spieler vorbei. Dieses Täuschungsmanöver hat fast immer funktioniert, zum Leidwesen meiner Gegner.
Täuschen, Antäuschen, Vortäuschen, Enttäuschen…, in allen diesen Worten ist der Begriff „Tausch“ enthalten, ich tausche etwas ein: Tatsachen gegen Scheinbares, Realität gegen Unreales, Vertrauen gegen Misstrauen…

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht. Der Geschlagene war gekränkt und enttäuscht. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: „Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen.“ Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute das Leben. Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: „Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet.“ Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?“ Der andere Freund antwortete: „Ich habe Sand und Stein wegen der Vergänglichkeit getauscht. Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann.“

Eintauschen, Austauschen, Vertauschen…, was könnten wir Gott schon anbieten oder entgegensetzten, was er nicht schon wüsste oder hätte. Allein unseren Glauben und unsere Liebe können wir Gott zum Tausch anbieten. Wenn wir Gott gegenüberstehen, sind wir immer Nehmende und Beschenkte: „Der Herr hat‘s gegeben und der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ Einen gesegneten Tag, Ihr Pfarrer Martin Krautwurst.

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