Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. (1. Könige 8, 39 Losung)

Unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort. (2. Thess. 2,16-17 Lehrtext)

„Gute Hoffnung durch Gnade…“? „Die Hoffnung stirbt zuletzt…“? Auf was hoffen wir? Was schenkt uns Hoffnung? Das Lexikon beschreibt „Hoffnung“ als ein „Vertrauen in die Zukunft“; oder als eine „Zuversicht bzw. den Optimismus in Bezug auf das, was die Zukunft bringen wird…“ Es ist die Erwartung, auf das, was kommt. Es ist unsere positive Einstellung, mit dem Umzugehen, was und das Leben vor die Füße legt.

Ein störrischer Müller hatte einen alten Esel, der ihm schon viele Jahre treu gedient hatte. Das „Grautier“ war nur wenig störrisch, im Unterschied zu seinem Herrn. Er hatte im Laufe der Zeit viele Lasten der Mühle getragen und wurde nun träge. „Es wird nicht mehr lange dauern“, dachte der geizige Müller, „dann werde ich mir einen jüngeren zulegen müssen.“ Doch dann kam dieser graue Novembertag. Nebel bedeckte das Land, und der Esel bemerkte nicht, wie er vom Wege abkam. Er stürzte in den Schacht eines alten Brunnens. „Mein Herr wird mich doch hier nicht verhungern lassen“, dachte der alte Esel. Und so wartete der Esel auf die Hilfe seines Herrn.

Dem Müller kam das Unglück wohl nicht ungelegen. Der Esel war alt und gebrechlich, lange hätte er die Säcke eh nicht mehr schleppen können und dann lag er ihm nur noch auf der Tasche. Und der alte Brunnen sollte auch längst zugeschüttet werden, weil er kein Wasser mehr gab. Und so begann er den Schacht mit Erde zu füllen. Der Esel war irritiert, warum schaufelt der Müller Erde hinab, soll dieses Loch mein Grab werden? Doch dann schöpfte er Hoffnung, ihm kam der Gedanke, dass hinter allem ein tieferer Sinn liegen musste, und so schüttelte er sich und trampelte fest mit den Hufen. Je mehr Erde hinabfiel und je mehr Erde er abschüttelte und festtrampelte, so heller wurde es um ihn herum. Nach vielen Stunden mühseliger Arbeit sah der Esel wieder das Tageslicht. Der Bauer schaute nicht schlecht, als der Esel wieder vor ihm stand. Doch weil er keine Freude ausstrahlte, sprang der Esel über den Brunnenrand und suchte das Weite.

Im Leben werden wir immer wieder mit Dreck beworfen und beladen. Die Weisheit des Lebens ist es, sich gut zu schütteln, festen Boden unter den Füßen zu finden und die Chance zu suchen, aus jedem noch so tiefen Loch wieder heraus zum Licht zu finden. Es gibt immer einen Weg, eInen gesegneten Tag wünscht Ihnen, Ihr Pfarrer Martin Krautwurst.

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